Carina – von der Köchin zur Foodstylistin, zur Buchautorin

autorenfoto-portrait-2-carina-seppelt-valentinasVor einigen Monaten hatte ich das Vergnügen, Carina, eine ganz liebenswerte Person kennenzulernen. Ich habe für einen Kunden ein Fotoshooting betreut, bei dem Carina als Foodstylistin engagiert war. Ein ganz heißer Tag und der besagte Kunde ist ein Käsehersteller. Ihr ahnt schon, dass uns das vor manch eine Herausforderung gestellt hat. Käse hat nämlich doch Beine 😉 Trotz alledem hatten wir zwischen diversen Settings Zeit für ein privates Pläuschchen. Carina hatte so einiges zu erzählen. Ich bewundere sie für ihren Mut, das Fahrwasser eines sicheren Jobs zu verlassen, um ihre Träume zu verwirklichen. Jetzt ist sie ihre eigene Chefin und bestimmt wo’s lang geht.

Carina, erzähl doch mal, wie es zu Deiner Selbstständigkeit kam. Gab es einen bestimmten Auslöser?

Als Foodstylistin arbeitet man überwiegend freiberuflich. Die ersten Erfahrungen in dem Bereich habe ich mit 20 Jahren nach meiner Kochlehre gesammelt. Für eine Freiberufliche Arbeit war ich meiner Meinung nach etwas jung. Ich hatte großes Glück und wurde in Hamburg (im Heinrich Bauer Verlag) und in Köln (im Fotostudio 2TE) als Foodstylistin angestellt. Vor allem in Köln habe ich sehr viel Verantwortung von meinen Chefs bekommen und konnte super viel lernen und mich schon etwas auf die Selbständigkeit vorbereiten. Der Wunsch, freiberuflich arbeiten zu wollen hat mich schon länger begleitet. Der endgültige Auslöser war dann, dass ich nach fast drei Jahren Fernbeziehung, den Wunsch hatte mit meinem Freund zusammen in der gleichen Stadt zu wohnen. Seit 2013 lebe ich wieder in Münster und arbeite von dort deutschlandweit als freie Foodstylistin.

Kunden sind nicht immer einfach zu handeln. Welcher Kundenwunsch hat Dich vor Deine größte Herausforderung gestellt?

Ich würde Herausforderungen gar nicht als „nicht einfach“, bzw. negativ bezeichnen. Ich finde, dass man an Herausforderungen wächst. Deswegen mag ich sie. Wenn ich einen Job vor mir habe indem es um Dinge geht, die ich noch nie oder nicht sehr oft gemacht habe, stelle ich mich einige Tage vorher in die Küche, um verschiedene Herangehensweisen auszuprobieren. Dabei lerne ich nicht nur, sondern komme auch auf neue Ideen.

Kannst Du unseren Lesern einen besonderen Tipp geben wenn sie mit dem Gedanken der Selbständigkeit spielen? Gibt es überhaupt einen Masterplan?

Ich habe immer gehofft, dass es einen Masterplan gibt. Deswegen habe ich mich bei einigen Kollegen und Bekannten informiert. Leider konnte ich nicht viel herausfinden, da sich fast jede Selbständigkeit von der Anderen unterscheidet. Deswegen habe ich einige Zeit, bevor ich mich selbstständig gemacht habe, angefangen einen Businessplan zu schreiben… Viel Spaß hat mir das ehrlich gesagt nicht gebracht… Aber ich bin dadurch auf sehr wichtige Dinge aufmerksam geworden und habe mich auf wichtige buchhalterische Aufgaben vorbereiten können.

Würdest Du im Nachhinein betrachtet alles noch einmal so machen wie es gelaufen ist? Oder gibt es Entscheidungen, die Du mit Deiner heutigen Erfahrung anders treffen würdest?

Ja, ich würde alles genau so machen. Ich bin seit dreieinhalb Jahren Freiberuflerin und vom ersten Tag an darüber sehr glücklich. Niemals hätte ich mit so einem guten Start gerechnet und weiß es nach wie vor sehr zu schätzen.

Selbständige sagen doch oft so gerne „selbst und ständig wie der Name schon sagt.“ Kannst Du das bestätigen? Bedeutet Selbstständig sein wirklich mehr Stress und längere Arbeitszeiten als in einem Angestelltenverhältnis?

Klar, da ist schon was dran. Aber genauso gibt es auch mal ein langes Wochenende, weil ich freitags oder montags keinen Auftrag habe und die Schreibtischarbeit erledigt ist. Es ist also etwas dran an „selbst und ständig“. Auf der anderen Seite habe ich aber auch viel mehr Freiheiten und kann entscheiden was ich machen möchte.

Von der Köchin zur Foodstylistin, zur Autorin: eigentlich naheliegend, aber wie kam es zu der Idee, Dein eigenes Kochbuch herauszugeben?

Seit fast drei Jahren arbeite ich mit dem Fotografen Arvid Knoll zusammen. Wir hatten die Idee eine moderne, freie Rezeptstrecke über Kürbis zu produzieren.

Der Thorbecke Verlag hat die Fotostrecke gesehen und uns daraufhin gefragt, ob wir Lust haben ein komplettes Buch zu dem Thema und in dem Stil zu produzieren. Darüber haben wir uns natürlich riesig gefreut und gleich angefangen zu planen. Fast direkt nachdem wir die Arbeiten für das Kürbisbuch abgeschlossen hatten, kam die Anfrage für ein weiteres Buch. Es ist wirklich schon super abgefahren meinen eigenen Namen im Buchhandel im Regal zu lesen.

Danke liebe Carina für deine Zeit! ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und noch gaaanz viele eigene Bücher!

Für alle, die Carinas Bücher noch nicht in Händen gehalten haben, eine kleine Zusammenfassung:

KürbisIm ersten Buch zeigt sie ihre süßen und herzhaften Kürbiskreationen und im zweiten gibt es das „Glück zum Löffeln“ – Inspirationen für ein abwechslungsreiches Frühstück.

PorridgeZu den Rezepten gibt es natürlich immer ästhetische, appetitanregende Bilder. Versteht sich von selbst, oder?;-) (An dieser Stelle auch einen lieben Gruß an Arvid, den ich auch im Rahmen unseres gemeinsamen Fotoshootings kennenlernen durfte.)

Da beide Bücher so erfolgreich sind, wurde auch noch Nummer 3 hinterhergeschoben und trägt den Titel „Grünkohl neu entdeckt“. Ganz druckfrisch ab September in der Buchhandlung erhältlich! Wenn ihr den Links folgt, könnt ihr einen ersten Blick in die Bücher werfen. Viel Spaß beim Stöbern!Grünkohl

Welche Rezepte aus den einzelnen Büchern meine Lieblingsrezepte sind, verrate ich Euch demnächst! 🙂

Wenn Ihr mal einen Foodstylisten benötigt, kann ich Euch Carina wärmstens empfehlen. Hier geht’s zu Ihrer Website.

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