Willkommen im boho-skandinavischen Heim von Hello Mrs Eve

Heute starten wir endlich unsere erste Housetour und sind zu Gast bei Kea von Hello Mrs Eve. Kea bloggt dort über ihre Liebe zum Interior Design. (Ihr erinnert Euch sicherlich noch an sie. Wir haben sie als Initiatorin der Hauptstadt-Mädchen ja bereits vorgestellt).

Heute öffnet sie für uns Tür und Tor zu ihren beiden Wohnungen (hört, hört – zwei Wohnungen). Und sie erzählt uns, welche Gedanken sie rund um Wohnen und Interior Design hat.

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Los geht’s:

1. Wo lebst Du und wie? Was macht Deinen Stil aus?

Seit Beginn diesen Jahres lebe ich in zwei Städten, der Liebe wegen: In Wiesbaden leben mein Mann und ich mit unseren zwei Katzendamen. Während ich der hessischen Landeshauptstadt also wegen meines Herzensmannes treu bleibe, zieht es einen Teil meines Herzens immer wieder auch nach Berlin. Die beiden Domizile unterscheiden sich ein wenig: Während es in unserer gemeinsamen Wohnung viele Original Retro-Teak-Möbel gibt, dominiert in meiner Berliner Mini-Zweitwohnung helles Holz und viel Weiß.

Bis vor kurzem war ich stark auf den skandinavischen Stil fixiert mit seinen klaren Formen und schnörkellosen Linien. Diese Grundausrichtung stimmt immer noch, aber in letzter Zeit mischen sich auch Boho-Einflüsse darunter und ich versuche, daraus eine eigene Mischung zu finden, die ich stimmig finde.

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2. Warum Berlin? Beschreibe uns doch „Dein“ Berlin. 

Berlin und ich – das war Liebe auf den ersten Blick. Als ich an Sylvester 2010/11 mit meinem Mann in die Stadt hineinfuhr, hat es glaube ich ungefähr zwei lange Straßen gebraucht, die wir entlangfuhren, bis ich zu ihm sagte: Hier will ich wohnen. Skeptiker in meinem Umfeld rieten mir, das genauer zu prüfen und so habe ich im letzten Sommer zwei Monate direkt am Tempelhofer Feld probegewohnt – auch wenn mir eigentlich längst klar war, dass das ein perfektes Match ist. Was ist „mein“ Berlin für mich? Ein Ort voller Lebendigkeit, echt, ungeschönt, inspirierend, immer wieder neu, Flohmärkte, Flohmärkte, Flohmärkte, Hinterhofkinos, Lesungen, Ausstellungen. Was auch immer du tun willst, hier kannst du es tun. Alleine die kreativen Namen all dieser kleinen Lädchen überall – ich finde sie einfach entzückend! Aber auch Berlins raue Seite gehört dazu: die schnodderige Berliner Schnauze, ich mag sie. Und die Weite der Straßen und Plätze – hier kann ich atmen. Das kommt wohl von den Dimensionen, die ich gewohnt bin, weil ich in Frankfurt aufgewachsen bin.

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3. Jeder hat dieses eine „Lieblingsstück“ – sei es ein Möbel, eine Lampe, ein Kunstwerk, ein Deko-Objekt. Was ist es bei Dir?

Ganz klar: Mein Daybed von Knoll. Seit ich es, noch als Studentin, auf ebay ersteigert habe, vergeht kein Tag, an dem ich es nicht bewundere. Es ist zeitlos schön und macht jede meiner Kissen-Umdekorierungs-Aktionen geduldig mit.

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4. Du bist Grafikerin, Kreativität liegt Dir also im Blut. Wie beeinflusst Dein Beruf Deinen Wohnstil? Und überhaupt Dein Leben?

Ich glaube tatsächlich, dass mein Bedürfnis nach schönen Formen und Farben im Laufe meiner beruflichen Laufbahn quasi vom Computer in meine Wohnung übergeschwappt ist. Früher war mein Wohnstil noch ziemlich chaotisch 😉 Stilistisch präferiere ich inzwischen tatsächlich in beiden Bereichen eine ganz ähnliche Linie – klare Formen, dezente Farben. Mein Leben wird durch meinen Beruf in lauter Kleinigkeiten beeinflusst – ich werde wohl nie wieder in meinem Restaurant einfach nur unschuldig durch eine Speisekarte blättern und mir ein Gericht auswählen – automatisch denke ich über Schriftgröße und Gestaltung derselben nach, das wird irgendwann zum Automatismus.

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5. Ist eine Wohnung, ist ein Zuhause Kunst? Oder kann es das zumindest sein? 

Um das eindeutig zu beantworten, bräuchte man vermutlich erstmal eine allgemeingültige Definition von Kunst 😉 Für mich bedeutet Kunst, etwas Neues zu schaffen, etwas Berührendes, zuweilen Provokantes, ein Werk mit einem einzigartigen Zauber. Das KÖNNEN Wohnungen sein, sind es aber – und da nehme ich mich selbst nicht aus – wohl eher selten. Mir fällt in letzter Zeit auf, dass es im Interior Bereich in Deutschland doch eine ganz klare Gestaltungslinie gibt. Hier sehe ich viel Schönes, aber selten Innovatives. Ich bin gespannt, wohin sich das entwickelt und wie lange der Trend Skandi-Style, wenig Farbe, Retro-Formen anhält oder ob er irgendwann abgelöst wird.

Auch wenn ich mich nach wie vor für besonders gelungene Versionen begeistern kann, ich habe das Gefühl, der Markt ist eigentlich satt. Man könnte Instagram-Wohnungs-Bilder ja mittlerweile einfach wild untereinander austauschen, da gibt es nicht viel „eigenes“. Und eine unverwechselbare Eigenheit, das ist für mich einer der Parameter, die Kunst definieren.

6. Was inspiriert Dich? 

Menschen, die Ideen haben, an die sie glauben. Ein Bummel über den Flohmarkt. Eine Dokumentation auf Arte. Zeit in der Natur zu verbringen, durch Wiesen und Wälder zu streifen und meinen Gedanken nachzuhängen. Meine Lieblingsblogs. Das Couch Magazin. Jeden Tag: Musik!

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Danke, liebe Kea, dass Du uns und unsere Leser mit auf die Housetour genommen hast, und uns diese wunderbaren Einblicke gewährt hast.

Bilder-Credit: Kea, Hello Mrs Eve

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